Champ
   Morag
   Nessie
   Ogopogo
   Yano

Plesiosaurier in der Gegenwart als Lebewesen


Champ
Gegend USA/Canada, New York/Vermont/Quebec, Lake Champlain
Beobachtungen 
(1609)
seit 1819
Champ 1977Das berüchtigte Seemonster des Lake Champlain, einem 175 Km langen See an der Grenze zwischen New York und Vermont, wird als Amerikas Loch Ness Monster bezeichnet. Der Legende nach soll der französische Forscher Samuel de Champlain 1609 das Monster zum ersten Mal gesehen haben, dies war die erste Sichtung eines nordamerikanischen Seemonsters überhaupt. Ein Reporter fand 1960 aber heraus, dass Champlain zwar ein Seemonster sah, aber nicht im nach ihm benannten See, sondern an der Küste von St. Lawrence.

Der wahrscheinlich erste "echte" Bericht über das Seemonster stammt von Siedlern aus Port Henry, die es im Jahre 1819 sahen. Ein Eisenbahnerteam sah in der Nähe von Dresden, NY, 1873 ein riesigen Hals mit Kopf aus dem Wasser ragen, das Untier soll sich sogar auf sie zubewegt haben. Danach stieg die Anzahl der Sichtungen, meistens sahen Farmer das Monster, welches die Tiere der Bauern angriff und riesige Fußstapfen hinterließ. Im selben Jahr setzte P.T. Barnum eine Belohnung von 50.000$ für das Tier aus. Er wollte es auf seinem Jahrmarkt ausstellen.

1883, 1899Keiner brachte es fertig Barnum das Monster zu bringen, doch die Sichtungen hielten an. 1883 sah Clinton County Sheriff Nathan Mooney eine "riesige Schlange oder Wasserschlange... zwischen 8 und 10 Meter lang", welche ihren 2 Meter langen Hals über Wasser hielt. Eine Gruppe Fischer sah das Ungeheuer 1899 wie es den See verließ, die Gruppe hatte deutlich Flossen erkannt. 1945 glaubte ein Mann eine "Baby Seeschlange" gefangen zu haben. Diese war 30cm lang, doch geht man heutzutage davon aus, dass es sich um einen Salamander handelte.
 
1977 Die berühmteste Sichtung von Champ fand 1977 statt. Sandra Mansi machte in Vermont nahe der kanadischen Grenze Urlaub, als sie und ihr Ehemann etwas sahen, dass wie ein Kopf und ein langer Hals einer großen Kreatur aussah. Sie schaffte es das Ding zu photographieren, bevor es wieder untertauchte. Das Bild wurde von Fachmännern untersucht, und diese fanden heraus, dass es nicht manipuliert wurde. Viele Menschen glauben, dass es sich um einen Plesiosaurier handelt, die selbe prähistorische Spezies der auch Nessie angehören soll. Die wissenschaftliche Seite meint, dass es wohl eher eine Flosse eines kleinen Wals sei, der sich im Wasser rollt. Eine andere Möglichkeit ist, dass es sich um einen von hinten aufgenommen Wasservogel handelt, welcher seine Flügel ausbreitet, da eine Welle von vorne (von uns ausgesehen) kommt.

Der ehemalige Lehrer Joseph W. Zarzynski ist der Gründer der Lake Champlain Phenomenon Investigation, und die führende Autorität wenn es um Champ geht. Zarzynski hat über 300 Sichtungen gesammelt und vielversprechende Resultate durch Sonar und elektronische Überwachung erhalten, wobei er aber betont noch nichts zwingendes gefunden zu haben. Er ist aber so von der Kreatur überzeugt, dass er die Regierung überzeugt hat, Champ in die Liste bedrohter und zu schützender Tierarten aufzunehmen.

Falls es wirklich Seeungeheuer in den USA geben sollte, wäre Lake Champlain der ideale Ort für sie/es. In seiner Größe wird er nur durch die Great Lakes übertroffen, und mit seiner Tiefe von 120 Meter sowie seinem Gehalt an Fischen und aquatischem Leben, würde er locker eine Kolonie von Monster aufnehemen können. Und mit seiner Atlantiköffnung wäre er viel verlockender als ein isolierter See... so einer wie Loch Ness.

 



Morag
Gegend Großbritanien, Schottland, Loch Morar
Beobachtungen 
seit 1887 Loch MorarNessie mag Schottlands berühmtestes Seemonster sein, doch es ist bei weitem nicht das einzigste. 110 Km südwestlich von Loch Ness, liegt Loch Morar welcher die Heimat von einem Beast genannt Morag sein soll. Der Name kommt vom gälischen "Mhorag" ("Vorack" ausgesprochen), was "Geist des Sees" bedeutet.

Nach der Loch Morar Survey, einer Gruppe von Wissenschaftlern die sich Morag verschrieben haben, gibt es über 30 glaubwürdige Sichtungen der Kreatur, die bis 1887 zurückreichen. In den 30ern Jahren, als Nessies erste große Sichtungswelle stattfand, wurde auch Morag öfters gesehen. Man beschreibt es als ein sich schnell bewegendes, buckliges Wesen das etwa 10 Meter lang ist, und natürlich hat es auch den charakteristischen langen Hals mit kleinem Kopf.
 

1969 Im August 1969, fuhren Duncan McDonald and William Simpson ihr Motorboot wieder zurück zur Küste, als sie plötzlich ein nahes Erlebnis mit Morag hatten, dass McDonald so beschrieb:

"Ich hörte ein Platschen im Wasser hinter uns und drehte mich um, da sah ich die Kreatur etwa 20 Meter hinter uns im Wasser, wie sie sich auf uns zu bewegte. In wenigen Sekunden war sie bei uns und begann das Boot zu attackieren. Das war unglaublich! Sie brachte das Boot dazu zu stehen. In meiner Angst packte ich ein Ruder und war bereit das Tier anzugreifen, da ich nicht wollte, dass es das Boot umkippt."

Währenddessen hatte Simpson ein Gewehr gepackt und auf die Kreatur geschossen, welche sich dann langsam wegbewegte. Während dieses 5-minütigen Erlebnisses konnten die zwei ganz deutlich die rauhe, braune Haut des buckligen Rücken des Monsters sehen. Sie beschrieben es als 8-10 Meter lang und dass es etwa 50km/h schnell sei. McDonald behauptete, er hätte den Kopf der Kreatur gesehen, welcher einem Schlangenkopf ähnelte und 30cm lag gewesen sei.
 

1971 Im April 1971 berichteten Ewan Gillies und sein Sohn John, dass sie das Monster von der Küste aus gesehen haben, wie es friedlich den See durchschwamm. Sie beschrieben es als 10 Meter lang mit zwei oder drei Buckeln, einem schlanken Hals und einem kleinen Kopf, welcher nicht dicker als lang sei. Der Vater holte eine Photoapparat und photographierten es, doch auf dem entwickelten Film war nichts ungewöhnliches zu sehen.
 
1996 Leider gibt es keine Photos von Morag, und die einzigen Beweise sind Augenzeugenberichte. 1996 wurde ein mysteriöses Skelett aus einer Tiefe von 18 Metern geborgen. Analysen erbrachten, dass es sich nicht um einen toten Morag, sondern um ein Reh handeln würde. Nichts desto trotz, hatte der Monsterjagende Taucher folgende Theorie parat:"...der einzige Grund warum das Reh so tief im Wasser war, ist dass es Morags Abendessen war."

 



Nessie
Gegend Großbritanien, Schottland, Loch Ness
Beobachtungen 
565 Der irische Missionar und Apostel Schottlands, der heilige Columban der Ältere (um 520–597), verscheuchte im Fluss Ness ein Seeungeheuer.
1527 Duncan Campbell erblickte am Ufer des Loch Loch Ness ein schreckliches Ungeheuer.
16.Jahrhundert Einer alten Chronik zufolge stieg ein riesiges Tier aus dem Loch Ness und erschlug drei Männer.
um 1650 Der englische Chronist Richard Franck berichtete, das berühmte Loch Ness sei wegen seiner „schwimmenden Inseln“ bekannt.
1827 Der schottische Schriftsteller Sir Walter Scott (1771–1832) trug in sein Tagebuch ein, er habe erfahren, jemand hätte vergeblich versucht, im Loch Ness die legendäre „Wasserkuh“ zu fangen.
1852 Die Zeitung „Inverness Courier“ publizierte am 1. Juli unter der Überschrift „A Scene from Lochend“ die Sichtung von zwei im Loch Ness schwimmenden fremdartigen Tieren. Sie wurden als Seeschlangen, Wale, große Seehunde (Robben) oder entlaufene Ponys gedeutet.
1871 D. MacKenzie beobachtete an einem Oktobertag gegen 12 Uhr im Loch Ness ein Objekt, das wie ein nach oben gekehrtes Boot aussah.
1879 Eine Gruppe von Kindern beobachtete am Nordufer des Loch Ness eine fremdartige Kreatur, die ins Wasser watschelte. Sie trug auf dem langen Hals einen kleinen Kopf und hatte eine Farbe wie ein Elefant.
1880 E. H. Bright und sein Cousin erblickten bei Drumnadrochit am Ufer des Loch Ness ein vierbeiniges, langhalsiges und dunkelgraues Monster, das aus dem Wald kam und ins Wasser watschelte. Sein Hals erinnerte an den Rüssel eines Elefanten.
1880 Der Taucher Duncan McDonald berichtete, im Loch Ness sei ein Ungeheuer auf ihn zugeschwommen, habe ihn aber nicht beachtet.
1885 Roderick Matheson erblickte im Loch Ness, „das größte Ding“, das er bis dahin in seinem Leben gesehen hatte. Das von ihm entdeckte „Loch-Ness-Monster“ besaß einen Hals mit Mähne wie ein Pferd.
1888 Alexander MacDonald entdeckte an einem frühen Morgen im Loch Ness ein salamanderähnliches großes Tier.
1895 Angler, Förster und Hoteliers beobachteten im Loch Ness ein furchterregendes großes Monster.
1890er Einer betrunkenen Frau erschien auf der Straße zwischen Dores und Foyers das „Loch-Ness-Monster“. Danach war sie so verstört, dass sie ihren Weg über die Berge statt über die Straße fortsetzte.
1903 Der britische Ozeanograph John Murray (1841–1914) ermittelte bei einer Forschungsexpedition im April in 230 Metern Tiefe die bis dahin tiefste Stelle im Loch Ness. Damals stellte der Forscher auch fest, dass Loch Ness der See mit dem größten Wasservolumen in Großbritannien ist.
  F. Fraser und zwei andere Augenzeugen entdeckten an einem Dezembernachmittag im Loch Ness einen Höcker, der wie ein nach oben gekehrtes Boot aussah.
1908 John MacLeod erblickte im Loch Ness eine zwischen 9 und 12 Meter lange Kreatur mit aalartigem Kopf und spitz zulaufendem Schwanz.
1909 Die elfjährige Margaret Cameron und vier andere Kinder sahen an einem sonnigen Septembernachmittag beim Spielen an der Inchnacardoch Bay im Loch Ness ein seltsames Monster. Es trug einen Kopf wie ein Kamel, hatte einen Höcker auf dem Rücken, eine Hautfarbe wie ein Elefant und vier Beine.
1912 William MacGruer aus Fort Augustus und vier oder fünf andere Kinder im Alter zwischen 10 und 12 Jahren sichteten in der Inchnacardoch Bay ein gelbes Tier mit langem Hals, einem Höcker auf dem Rücken und vier langen, kamelartigen Beinen. Das Monster kam aus Büschen hervor, ging zum Loch Ness und tauchte dort unter. Dies berichtete MacGruer als Erwachsener dem „Inverness Courier“, der darüber im Oktober 1933 berichtete.
1916 James Cameron kehrte mit schneeweißem Gesicht ins „Drumnadrochit Hotel“ zurück: Beim Fischen war in der Nähe seines kleinen Bootes plötzlich ein ungeheuer großes Tier aufgetaucht.
1919 Eine 15-Jährige namens Cameron und ihre zwei jüngeren Brüder sichteten an einem sonnigen Septembernachmittag am Ufer des Loch Ness ein vierbeiniges Tier, das auf dem langen Hals einen Kopf wie ein Kamel trug und eine Farbe wie ein solches hatte.

Der 12-jährige John Donald Forbes und sein Vater begegneten im Februar bei der Heimfahrt nach Foyers dem „Loch-Ness-Monster“. Als sie sich Inverfarigaig näherten, scheuten plötzlich die zwei Pferde, die ihren Wagen zogen. Der Grund: Weniger als 20 Meter vor ihnen kam ein schätzungsweise 10 Meter langes Monster zwischen Bäumen hervor und überquerte die Straße. John Donald und sein Vater hörten einen lauten Platscher im Loch Ness und das Untier verschwand. Dies berichtete John Donald Forbes, der später Bischof wurde, im August 1971.

1923 Alfred Cruickshank sah an einem Aprilmorgen gegen 5 Uhr auf der Straße nördlich von Invermoriston – etwa 60 Meter von ihm entfernt – plötzlich ein Monster. Das Untier war vom Kopf bis zur Schwanzspitze mehr als 7 Meter lang und trug einen großen Höcker auf dem Rücken. Etwa die Hälfte seiner Gesamtlänge entfiel auf den Körper, der Rest auf den Schwanz. Der dunkelolive Körper war etwa 1,80 Meter hoch. Die Beine sollen so dick wie die eines Elefanten gewesen sein. Bevor das Monster verschwand, gab es grunzende oder bellende Laute von sich.
William Miller und D. McGillvray erblickten am 10. Mai gegen 7.30 Uhr im Loch Ness ein 3 bis 3,60 Meter langes Objekt, das wie ein nach oben gekehrtes Boot aussah.
1929 Mrs. Cumming und D. McGillvray entdeckten im August im Loch Ness einen pferdeartigen Körper mit Höcker.
1930
  • Ian J. Milne sah am 14. Juli gegen 7.30 Uhr im Loch Ness zwei oder drei Höcker.
  • Der „Northern Chronicle“ berichtete am 27. August, im Loch Ness lebe ein großer Fisch oder ein anderes großes Tier.
  • Der Zimmermann Alec Muir sah während einer Autofahrt bei Dores plötzlich ein „Monster“, das vor ihm die Straße überquerte. Er folgte dem Ungeheuer in den Wald und entdeckte in einer Lichtung eine große Vertiefung, die offenbar durch das vorher dort ruhende Untier erzeugt worden war. Dieser Ort lag unweit eines Schiffes, dessen Besatzung das Monster im Farnkraut liegen gesehen hatte.
  • Schulkinder aus Drumnadrochit erzählten ihrem Lehrer, sie hätten im Sumpf der Urquhart Bay zwischen Büschen ein furchterregendes Monster beobachtet. Das Untier, das sie beschrieben, sah aus wie ein Plesiosaurier.
1932 James Cameron erblickte am 7. Februar gegen 16 Uhr im Loch Ness einen Höcker, der wie ein nach oben gekehrtes Boot aussah.
Kathleen MacDonald aus Inverness entdeckte im Februar im Fluss Ness eine etwa 1,80 bis 2,40 Meter lange „krokodilartige Kreatur“ mit langer Schnauze, langen Zähnen und kurzem Hals.
1933 Nachdem die Landstraße A82 am Nordende des Loch Ness fertiggestellt wurde, häuften sich die Sichtungen eines Seeungeheuers: (hier zum  Beispiel 1933 ausführlich aufgelistet)
  • David Stuart erblickte im März zwischen Büschen eine langhalsige, graue Kreatur, die im Loch Ness verschwand.
  • Mrs. Kirton und P. F. Grant beobachteten zur Mittagszeit gegen 11.45 Uhr im Loch Ness einen etwa 1,80 Meter langen Höcker.
  • Colonel Fordyce sah im April bei Foyers am Ufer des Loch Ness ein großes, graues Tier mit einem kleinen Kopf und langem Hals. Die Größe des Monsters lag zwischen einem Pferd und einem Kamel.
  • Die Zeitung „Inverness Courier“ berichtete am 2. Mai über die Hotelbesitzerin Aldie Mackay aus Drumnadrochit, sie hätte am 14. April gegen 15 Uhr im Loch Ness ein Seeungeheuer mit zwei Höckern gesehen.
  • Alexander Shaw und Alister Shaw entdeckten am 11. Mai zwischen 17 und 18 Uhr im Loch Ness zunächst eine Welle und dann einen etwa 2,40 Meter langen Höcker.
  • Die Zeitung „Scottish Daily Express“ berichtete am 9. Juni über einen „mysteriösen Fisch“ im Loch Ness.
  • Das Londoner Ehepaar Spicer sichtete am 22. Juli gegen 15.30 Uhr auf der Straße zwischen Dores und Inverfarigaig ein etwa 8 bis 10 Meter langes „Loch-Ness-Monster“ mit kleinem Kopf und langem Hals.
  • Miss N. Smith beobachtete am 5. August gegen 14 Uhr im Loch Ness einen Höcker.
  • Miss P. Keyes, R. A. R. Meiklem und Mrs. Meiklem erblickten am 5. August gegen 15 Uhr im Loch Ness einen zwischen 1,20 und 1,80 Meter langen Höcker.
  • A. H. Palmer entdeckte am 11. August gegen 7 Uhr einen Tierkopf, der die Wasseroberfläche des Loch Ness durchbrach. Das Maul soll zwischen 30 und 45 Zentimeter breit gewesen sein.
  • John Cameron sichtete am 15. August gegen 17.30 Uhr im Loch Ness ein etwa 4,50 Meter langes Objekt, das eine V-förmige Welle erzeugte.
  • Mrs. E. Garden Scott beobachtete am 16. August gegen 11 Uhr im Loch Ness einen Höcker, der wie ein nach oben gekehrtes Boot aussah.
  • Mrs. B. McDonell und Mrs. Sutherland erblickten am 25. August gegen 9 Uhr im Loch Ness einen etwa 6 Meter langen Höcker.
  • Mr. W. D. H. Moir entdeckte am 26. August gegen 21.15 Uhr im Loch Ness einen etwa 12 Meter langen und 1,50 Meter breiten Höcker.
  • Die schottische Zeitung „Northern Chronicle“ meldete am 27. August, drei Männer hätten beim Fischen im Loch Ness in etwa 500 Meter Entfernung ein ca. 6 Meter langes Gebilde entdeckt, das Wasser aufwarf und ihr Boot zum Schwanken brachte. Sie waren davon überzeugt, ein unbekanntes Tier gesehen zu haben. Danach erhielt die Zeitung zahlreiche Leserbriefe, in denen von ähnlichen Vorfällen berichtet wurde.
  • G. McQueen beobachtete an einem Augusttag gegen 14.30 Uhr im Loch Ness einen etwa 3,50 Meter langen Höcker.
  • Mrs. M. F. MacLennan aus Drumnadrochit erblickte am ersten Sonntag im August auf dem Rückweg vom Kirchgang am Ufer des Loch Ness ein dunkelgraues Monster. Das Ungeheuer war etwa 6 bis 8 Meter lang, trug auf dem Rücken einige Höcker und hatte kurze, dicke Beine. Als Mrs. MacLennan das Untier erblickte, war ihr Ehemann nicht bei ihr, weil sie ihre engen Schuhe ausgezogen hatte. Sie schrie „Daddy“ zu ihrem Gatten, worauf das Monster im See untertauchte.
  • Miss J. S. Fraser und vier andere Damen sichteten am 22. September eine langhalsige Kreatur im Noch Ness.
  • Der Geistliche W. E. Hobbes beobachtete am 22. September zehn Minuten lang das „Loch-Ness-Monster“.
  • Die Zeitung „Scotsman“ berichtete am 17. Oktober, Alex Campbell habe im September bei Fort Augustus im Loch Ness ein langhalsiges, plesiosaurierartiges Tier gesichtet, das untergetaucht sei, als sich zwei Fischerboote näherten. Einige Wochen später erblickte Campbell das Seeungeheuer wieder.
  • Mrs. J. Simpson entdeckte am 22. Oktober gegen 9 Uhr im Loch Ness ein tauchendes Objekt, das offenbar zwei Schwimmflossen hatte.
  • Mr. A. Gilles beobachtete am 22. Oktober gegen 11.30 Uhr im Loch Ness einen Höcker, der etwa 60 bis 90 Zentimeter aus der Wasseroberfläche ragte.
  • Miss C. MacDonald erblickte am 22. Oktober gegen 12.45 Uhr im Loch Ness ein sich langsam bewegendes Objekt mit einem Höcker, das eine V-förmige Welle erzeugte.
  • Rupert T. Gould (1890–1958), ein ehemaliger Korvettenkapitän, der zeitweise in Asthead lebte, interviewte vom 9. bis 23. November mehr als 50 Augenzeugen über ihre Sichtungen von „Nessie“. 1934 erschien sein Buch „The Loch Ness Monster and Others“.
  • Mr. C. MacRae und Mr. J. MacKinnon beobachteten am 10. November gegen 14 Uhr im Loch Ness einen schätzungsweise 7,50 Meter langen und ungefähr 30 Zentimeter breiten Höcker, der auf den ersten Blick wie ein nach oben gekehrtes Boot aussah.
  • Am 12. November fotografierte der Arbeiter Hugh Gray aus Foyers an der Seepromenade seines Wohnortes – unweit der Mündung des Flusses Foyers in das Loch Ness – ein vermeintliches Seeungeheuer. Das Motiv wurde später als Labradorhund mit einem Stock im Maul enttarnt.
  • Die britische Regierung lehnte am 12. November den Antrag eines Unterhausabgeordneten ab, eine offizielle Untersuchung über das „Ungeheuer vom Loch Ness“ anzustrengen.
  • Miss N. Simpson erblickte am 20. November gegen 9 Uhr im Loch Ness ein bis zu 9 Meter langes Objekt mit einem großen und einem kleinen Höcker.
  • Der schottische Filmemacher Malcolm Irvine und seine Begleiter Stanley Clinton und Scott Hay von der „Scottish Film Productions“ filmten am 12. Dezember gegenüber der Burg „Urquhart Castle“ das „Loch Ness Monster“.
  • Marmaduke („Duke“) Wetherell entdeckte am 21. Dezember bei Dores am Ufer des Loch Ness Spuren eines vierbeinigen Tieres, die im Januar 1934 vom „British Museum of
  • Natural History“ in London als Fußabdrücke vom Flusspferd (Hippopotamus amphibius) identifiziert wurden.
  • Mr. G. Jamieson sah am 27. Dezember gegen 11 Uhr im Loch Ness zwei Höcker. Das zwischen 4,50 und 6 Meter lange sowie zwischen 60 und 90 Zentimeter breite Objekt tauchte schnell unter, als ein Autofahrer hupte.
  • Eleanor Price-Hughes sichtete bei Drumnadrochit ein „Monster“, das zwischen Büschen auftauchte, zum Loch Ness ging und dort untertauchte. Im Maul trug das Ungeheuer einen rosafarbenen Gegenstand, bei dem es sich vielleicht um ein Seehund-Baby gehandelt haben könnte.
  • Mrs. Reid, die Ehefrau des Postmeisters in Inverfarigaig, erblickte im Dezember bei Inverfarigaig abseits der Straße im Farnkraut ein fremdartiges Tier. Angeblich war es etwa 3 Meter lang, sah aus wie ein Flusspferd, hatte einen großen und rundlichen Kopf, eine haarige Mähne am Hals, kurze und dicke Beine sowie eine dunkle Hautfarbe.
1934 Der Medizinstudent Arthur Grant aus Drumnadrochit stieß am 5. Januar gegen 1 Uhr nachts bei Abriachan auf seinem Motorrad fast mit einem etwa 4,50 bis 6 Meter langen „Loch-Ness-Monster“ zusammen. Im Mondlicht erblickte er ein Tier, das wie eine Kreuzung zwischen einem Plesiosaurier und einem Seehund aussah. Es hatte einen kleinen schlangen- oder aalartigen Kopf, große Augen, einen 1 bis 1,20 Meter langen Hals, einen dicken Körper, zwei Höcker, vier Flossen und einen ca. 1,50 bis 1,80 Meter langen, spitzen Schwanz. Das Ungeheuer ging zum See und tauchte dort unter.

Nessie 1934 - F.C.AdamsWeitere unabhängige Beobachtungen im Jahre 1934 durch Howard Carson, Doreen Taylor, die Mädchen Patricia Harvey und Jean MacDonald, Mrs. M. MacLennan, Kathleen MacDonald, Margaret Munro, William Mackay, Mr. R. J. Scott, Mr. J. MacKintosh, Mr. A. Ross, Mr. D. Ralph, Mr. P. Grant und James Legge, Mr. R. J. Scott und Evan Strang, Sir Murdoch MacDonald (Mitglied des Parlaments) mit seinem Sohn sowie anderen Augenzeugen, F. C. Adams (Foto li.), James Fraser, George MacBean und andere, Richard Horan und drei andere Augenzeugen und Alex Campbell.

1994 als Fälschung entlarvtes Nessie-Foto von Dr. Robert Kenneth Wilson


Das „Loch-Ness-Monster“ wurde 1934 unter Naturschutz gestellt. Niemand durfte es fortan fangen oder töten.

Das 1994 als Fälschung entlarvte Foto „Surgeon’s-Foto“ („Chirurgen-Foto“) von Dr. Robert Kenneth Wilson (Foto re.).

1935 Der in London tätige Arzt Dr. McRae, der in „Eilean Donan Castle“ am Loch Doich wohnte, filmte im Loch Ness ein Seeungeheuer. Der von ihm gedrehte vier- oder fünfminütige Streifen zeigte ein Monster mit zwei kleinen Hörnern auf dem Kopf, schmalen Augen, langem Hals und drei Höckern. Beim Herumtoben im Wasser waren auch Flossen und der lange, schuppige Schwanz erkennbar. Dieses Untier hatte eine Länge von schätzungsweise 9 Metern. Dr. MacRae führte den Film nur einigen Freunden vor.
1936 Der schottische Filmemacher Malcolm Irvine filmte am 22. September im Loch Ness gegenüber von Foyers ein etwa 10 Meter langes, langhalsiges „Monster“. Sein Streifen „Das Loch Ness Monster“ löste in Großbritannien und letztlich weltweit die „Nessie“-Manie aus.
...seither... ... fast jedes Jahr viele Beobachtungen ...
(aber auch eine Reihe von nachgewiesenermaßen gefälschten Fotos)
1958 Nessie 1958 - H. L. CockrellDer Fischzüchter H. L. Cockrell aus Dumfries sichtete in einer Augustnacht bei Invermoriston vom Boot aus das „Loch-Ness-Monster“ und fotografierte es. Er war unsicher, was er gesehen und abgelichtet hatte und fand nach seinem Schnappschuss einen Ast im Wasser. Die Zeitung „Weekly Scotsman“ veröffentlichte am 16. Oktober sein Foto, das er mit der an seinem Helm befestigten Kamera geschossen hatte.
1963 An einem ruhigen Augustabend pflügte Hugh Ayton mit seinem Sohn und drei anderen Männern am Rande des Sees nahe dem Dorf Dores ein Feld. Plötzlich, etwa um halb acht, entdeckte der Sohn etwas, das sich durch den See bewegte. "Es war gross und schwarz", sagte Ayton später. "Der See lag ruhig und still da. Kein Laut war zu hören. Nur das Ding bewegte sich unablässig vorwärts."
Da begriffen die Männer, daß das, was sie da beobachteten, "das Ungeheuer" aus den Sagen um Loch Ness war. Augenblicklich rannten sie zu einer nahe gelegenen Anlegestelle, und vier der Männer sprangen in ein kleines Ruderboot mit Außenbordmotor, um dem Wesen nachzusetzen. "Das Ding kam immer noch den See hinunter", erinnerte sich Ayton, "und als wir uns näherten, konnten wir es genauer erkennen. Da war ein langer Hals, der etwa zwei Meter aus dem Wasser ragte, und ein Kopf, der mich an ein Pferd erinnerte, obgleich er größer und flacher war. Der Körper war insgesamt zehn bis zwölf Meter lang, über einen Meter hoch und trug drei flache Buckel. Er hatte eine dunkle Farbe, und die Haut sah rauh aus."
Die Männer waren etwa 50 Meter von dem Tier entfernt, "als es sich ein Stück aus dem Wasser reckte und dann tauchte, wobei es das Wasser so aufwühlte, das sich das Boot im Kreise drehte". Einige Sekunden später kam der Kopf etwas weiter entfernt wieder an die Oberfläche, und dann verschwand das Tier entgültig. "Etwas, an das ich mich immer erinnern werde, ist das Auge", sagte Ayton, "ein ovales Auge, das fast auf dem Kopf saß. Ich werde nie vergessen, wie uns das Auge anschaute."
1970er, 1980er  
2005 Aktuelle Nachforschungen von BBC Germany und NDR (Originaltext)

"Das Ungeheuer von Loch Ness"

Trailer der BBC-Originalversion anschauen!

Immer noch schwören Menschen, dass sie das Ungeheuer von Loch Ness mit eigenen Augen gesehen haben. Und für die britische Presse ist die angebliche Sichtung des drachenähnlichen Monsters nach wie vor das Sommerlochthema Nr.1.
Glaubwürdigkeit hatte die Legende erstmals in den 1970er und 80er Jahren gewonnen, als Sonaraufnahmen und Unterwasserfotos den bedeutenden Naturwissenschaftler Sir Peter Scott davon überzeugten, dass sich im Loch Ness wahrhaftig etwas versteckt hielt.


Der BBC ist es nun gelungen, endgültig zu klären, ob das Ungeheuer im Loch Ness tatsächlich sein Unwesen treibt. Der Film dokumentiert die erste vollständige Sonar-Untersuchung des 36 km langen und 230 m tiefen Sees. Nichts könnte dieser akribischen Suche entgehen. Aber wenn Nessie tatsächlich existiert, was für ein Tier wäre sie dann überhaupt? Der Biologe Steve Leonard geht der These nach, dass Nessie ein Plesiosaurier sein könnte, der im See überlebt hat. Mit Rückblenden in die Erd- und Entwicklungsgeschichte und in die Zoologie erläutert er die Lebensmöglichkeiten eines solchen Wesens. Dabei wird Loch Ness - u.a. mit atemberaubenden 3-D-Animationen - auch schon einmal trockengelegt. Leonard legt auch alle bisher entstandenen Nessie-Fotos unter die wissenschaftliche Lupe und findet heraus, was hinter diesen offenbar realen Abbildungen steckt. Natürlich kommt auch ein Psychologe zu Wort - und dieser hat seine eigenen Vorstellungen vom Monster und den Augenzeugen... Dank hervorragender Computertricks kann der Zuschauer Nessie bequem vom Sofa aus begegnen, ihre elegante Schwimmtechnik bewundern oder sogar Einblicke in ihr Liebesleben bekommen. Und darüber staunen, dass Steve Leonard nun auch Nessies wahres Alter erfahren hat: Sie erblickte 1933 das Licht der Welt.


"... voll von Aufsehen erregenden Computertricks im Stil von "Dinosaurier - Im Reich der Giganten"
Daily Mail


"Eine endgültige Erforschung des Nessie-Mythos"
Daily Telegraph


"Eine faszinierende Entdeckungsreise... Die neuesten Special Effects erschaffen einen Furcht erregend realistischen Plesiosaurier"
Sunday Mail
 

 



Ogopogo
Gegend Canada, British Columbia, Lake Okanagan
Beobachtungen 
 Ogopogo ist der Name des angeblich im Lake Okanagan lebenden Seeungeheuers. Obwohl schon die Indianer vor der Ankunft der Weißen vor einem "großen Tier" in diesem See Angst hatten (und bei der Überfahrt stets ein paar lebende Hühner dabeihatten, um sie ggf. zu opfern), gibt es bis heute keine stichhaltigen Indizien für (aber auch gegen) dessen Existenz, denn im Unterschied zum Loch Ness gab es am Lake Okanagan nie längere Perioden ohne entsprechende Sichtungen.
 
2004 John Casorso verbrachte mit seiner Familie einige Ferientage auf einem gemieteten Hausboot am Lake Okanagan. Am 9. August 2004, so Casorso, erwachte die Familie gegen 7.30 Uhr morgens, da das Boot begonnen hatte, heftig zu schwanken. Sofort gingen alle an Deck um zu sehen, was passiert war. Als John auf das Wasser schaute, erblickte er ein großes schwimmendes Objekt, das sich gemächlich entfernte. Die Familie vermutet, dass das Etwas unter ihrem Boot hindurchgetaucht und es dabei angerempelt hat. "Wir konnten spüren, wie groß und kräftig es war."
Casorso reagierte schnell und nahm seine Videokamera heraus, um das Wesen – was immer es auch war – zu filmen.
Gut 15 Minuten konnte John die Kreatur aufnehmen. Auf dem Band erkennt man eine Reihe von mindestens fünf oder sechs dunklen beweglichen Buckeln im ruhigen Wasser des Sees. Kein Boot bewegt sich im näheren Umkreis, nirgends sind große Wellen zu sehen. Casorso schätzt die Länge des sichtbaren Teils auf etwa 15 Meter. Und möglicherweise war das Wesen nicht allein.
"Einmal schien es so, als sei da mindestens ein weiteres Objekt parallel zu dem größeren geschwommen, und eines dahinter", so Casorso. "Es kann keine Welle gewesen sein, weil es sich nicht zerstreute. Das Ding blieb über zehn Minuten in Reichweite."
Warum hat der Zeuge so lange mit der Publikation seiner Sichtung gewartet? Casorso meint, dies sei ihm von der ortsansässigen Ogopogo-Expertin Arlene Gaal empfohlen worden.
Casorso zeigte ihr das Video, und "sie sagte, wir sollten die Sache langsam angehen. Ich wollte selbst nicht so schnell damit an die Öffentlichkeit, da die Reaktionen auf all die Fotos und Videos von angeblichen Seeungeheuern nicht immer zustimmend sind."

Gaal, Chronistin von Ogopogo-Sichtungen und Autorin verschiedener Bücher zum Thema, glaubt, dass Casorso interessante Aufnahmen gelungen sind und er etwas gefilmt hat, was viele Menschen wohl für das Ungeheuer halten würden.
"John hat da wirklich gute Bilder gemacht, die zur Lösung des Rätsels um Ogopogo beitragen könnten."
Laut der Forscherin sind in diesem Jahr neun Sichtungen gemeldet worden, und sie glaubt, dass längst nicht alle Augenzeugen ihre Beobachtung auch publik machen.
Gaal hat Casorso auch geraten, das Video unter Kopierschutz zu stellen. Er zeigte es zunächst einigen Freunden, um ihre Meinungen zu hören. John meint, er sei erfreut über die Reaktionen gewesen. Anfangs sind die Aufnahmen von schlechter Qualität, doch dann werden sie sehr klar und scharf, und jeder erkennt: Das ist mehr als nur eine Welle.
Janet Courtney hat das Video gesehen und meint dazu:
"Ich glaube ja, dass vieles möglich ist, aber jetzt bin ich mir sehr sicher, dass in diesem See irgendetwas ist."

Jon Manchester, Redakteur des Daily Courier, war Ogopogo-Geschichten gegenüber immer skeptisch. Doch nach Betrachtung des Filmes sagt er:
"Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll... Ich habe etwas gesehen, von dem ich nicht weiß, was es ist. Es war mehr als nur ein treibendes Stück Holz. Das ist mit Abstand der überzeugendste Beweis für Ogopogo."

John Casorso lebt seit seiner Kindheit am Lake Okanagan und glaubte immer, dass an der Seeungeheuerlegende etwas Wahres dran sei. Er hätte allerdings niemals erwartet, selbst einmal einen Blick auf Ogopogo werfen zu können...
Das Video wurde am 1. Dezember 2004 um 20.00 auf dem SciFi-Channel ausgestrahlt.

 



Yano
Gegend Neuseeland, etwa 30 Seemeilen (50 km) östlich von Christchurch, japanisches Fangboot „Zuiyo-maru“
Beobachtungen 
1977 Vor einigen Jahren soll von einem japanischen Fischerboot ein gut erhaltener Kadaver eines Plesiosaurus gefunden worden sein, obwohl diese Tiere doch seit Jahrmillionen ausgestorben sind. Dieser sensationelle Fund sei dann aber wieder über Bord geworfen worden, weil dem Kapitän die gefangenen Fische wichtiger waren. Stimmt das?

Plesiosaurier Yano - NeuseelandTatsächlich ging am 25. 4. 1977 dem japanischen Fangboot „Zuiyo-maru“ etwa 30 Seemeilen (50 km) östlich von Christchurch, Neuseeland, ein etwa 10 m langer, 2 Tonnen schwerer, halb verwester Kadaver eines Tieres ins Netz, das niemand an Bord identifizieren konnte. Es wurde wieder ins Meer geworfen, doch hatte der Produktionsmanager Michihiko Yano vorher die Gelegenheit, einige Größenmessungen durchzuführen, Gewebeproben zu nehmen und eine Kamera auszuleihen. Seine fünf Fotos erregten bald Aufsehen in der Weltpresse: Der anscheinend lange, dünne Hals des Tieres erinnerte an einen Plesiosaurus – eine Interpretation, die auch die Fischereigesellschaft bei ihrer Pressekonferenz am 20. 7. 1977 vertrat. Die japanische Zeitung Asahi Shinbun zitierte den Leiter der Tierforschungsabteilung des nationalen Wissenschaftsmuseums in Tokyo, Prof. Yoshinori Imaizumi, mit den Worten: „Es ist kein Fisch, Wal oder anderes Säugetier.(…) Es sieht einem Plesiosaurus sehr ähnlich.“ Auch Washington Post, Boston Globe, New York Times, New Scientist und andere berichteten über den Fund. „Seit Godzilla hatte kein Monster Japan so im Griff“ (Glen Kuban). Spielzeughersteller brachten Modelle auf den Markt, am 2. 11. erschien eine japanische Plesiosaurus-Briefmarke, und sogar der Hersteller von Yanos Kamera warb mit den „Seemonster“-Fotos.
Plesiosaurier Yano - Neuseeland
Der lange, dünne Hals, das „Nessie-ähnliche“ Erscheinungsbild dieses Kadavers ließ an einen Plesiosaurus denken.
Was war dieses Tier? Michihiko Yano selbst sah es offenbar als Plesiosaurus. Seine Skizze des Tieres zeigt deutlich einen Plesiosaurus und trägt die Beschreibung „Fang eines Nessie-ähnlichen Kadavers“. Allerdings: Die Skizze wurde erst zwei Monate nach dem Fang aus dem Gedächtnis angefertigt, und sie widerspricht in einigen Details den Fotos – so fehlt etwa die auf einem der Fotos sichtbare Rückenflosse.

Eine Lösung des Rätsels kam im Juli 1978 ans Licht, als eine Arbeitsgruppe in einem Report für die Societé Franco-Japonaise d’Océanographie die Ergebnisse umfangreicher Untersuchungen veröffentlichte: Alles deutet auf einen Riesenhai! Die Analyse der Gewebeproben mit verschiedenen Methoden zeigen, dass das Gewebe von einem Hai stammt. Gegen einen Plesiosaurier sprechen verschiedene anatomische Details der Fotos und der Skizze: So haben Plesiosaurier mindestens 13 Halswirbel, während der Kadaver „6 oder 7“ (Yano) hatte. Auch die Form des Kopfes, die Bänder entlang der Wirbelsäule, die Rückenflosse und andere Merkmale passen zu einem Hai, aber nicht zu einem Reptil und keinesfalls zu einem Plesiosaurus.

Was aber ist mit dem langen, dünnen Hals, der für einen Hai so untypisch ist? Der Riesenhai (Cetorhinus maximus) ernährt sich von Plankton, indem er mit weit offenem Maul gemächlich unter der Wasseroberfläche schwimmt und das Plankton durch den riesigen Kiemenapparat filtert. Daher ist der Unterkiefer und der Kiemenapparat nur schwach am Rest des Körpers befestigt und geht meist als Erstes verloren, wenn das Tier verwest. Übrig bleibt die Halswirbelsäule mit dem relativ kleinen Schädel, was dem Kadaver ein „Nessie-ähnliches“ Erscheinungsbild gibt. Dieses Phänomen ist seit langem bekannt und hat dem Riesenhai bereits den Spitznamen „Pseudoplesiosaurus“ (Cohen, D.: The Encyclopedia of Monsters, New York 1982) eingebracht.

Skizze Riesenhai von Glen J. KubanZwar waren vorläufigen Ergebnisse der Gewebeproben bereits am 25. 7. 1977, wenige Tage nach der Veröffentlichung der Fotos, der Öffentlichkeit vorgestellt worden, und kritische Biologen hatten früh auf die Möglichkeit einer Verwechslung mit einem Riesenhai hingewiesen. Die Monsterbegeisterung störte dies jedoch nicht, und auch die Analyse von 1978 wurde kaum beachtet. Vor allem in der kreationistischen Literatur lebt er als ungelöstes Rätsel weiter, das angeblich der Evolutionstheorie widerspricht: Glen Kuban führt 19 Publikationen aus der Zeit zwischen 1984 und 1997 auf, die den Kadaver als Plesiosaurus bezeichnen – die meisten scheinen, so Kuban, die Ergebnisse der Untersuchung gar nicht zu kennen (Kuban: Sea-monster or Shark? Report of the National Center for Science Education, 17(3), May/June 1997, 16-28).
Diese Skizze von Glen J. Kuban soll beweisen, daß der gefangene "Plesiosaurier" ein Riesenhai gewesen sein soll. Bleibt die Frage: Wie deutet man das ausgeprägte Rückrat, dem eigentlichen Merkmal eines Säugetiers oder auch Dinosauriers, mit den auf den verschiedenen Fotos deutlich zu erkennenden Wirbel. Der Hai ist ein Knorperfisch und besitzt im Normalfall kein Rückrat.